Ausgabe 128

Reisemedizin

Bekanntlich verdoppelt sich das Wissen der Menschheit alle 5 Jahre! Es ist daher kein Wunder, dass, um in der Medizin am Ball zu bleiben oder wissenschaftlich ausgedrückt nach „state of the art" zu behandeln, man sich ständig fortbilden muss. Wir haben jedenfalls diesen Anspruch und unsere Ordination führt, als Ausdruck der Verantwortung unseren PatientInnen gegenüber, daher das FORTBIDUNGSDIPLOM.

Aktuell haben wir in den vergangen Wochen einen Speziallehrgang zum Thema Reisemedizin erfolgreich abgeschlossen. In dieser recht exklusiven Ausbildung, war klarerweise das Thema Impfungen ein wichtiger Teil, mit sehr vielen auch bei uns in der täglichen Praxis anwendbaren brandneuen Erkenntnissen. Allerdings ist es auch um weitere bei Reisen wichtige Aspekte gegangen, wie etwa der vernünftigen Vorbereitung auf Reisen mit Auswahl eines auch medizinisch passenden Reiseziels (Sonnenallergiker in den sonnig heißen Süden?) der Aktivität vor Ort (Tauchen, Bergsteigen…) oder auch der chronisch kranke Patient auf Reisen (Insulindiabetes, COPD-Lungenfunktionsstörung, Herzschwäche ..).

Ein eigenes Kapitel war auch der Vermeidung der Reisethrombose gewidmet. Hier gleich für alle wichtig und zugleich auch geld- und streßschonend, bei Flügen innerhalb von 6 Stunden ist bei gesunden Personen keine Blutverdünnung notwendig. Dazu gehören auch die Pille nehmende Raucherinnen und bei Langstreckenflügen ist es nicht die Spritze, die empfohlen wird, sondern knielange Stützstümpfe und regelmäßige Zehengymnastik.

Ein weiterer wichtiger Aspekt jeder Fortbildung ist aber auch das Knüpfen von Verbindungen zu kompetenten KollegInnen, Denn es ist auch klar, dass Bereiche wie etwa das Tauchen oder Hochgebirgsbergsteigen oder Langzeitaufenthalte in den Tropen Spezialwissen und viel Erfahrung verlangen. Hier haben meine Frau und ich so hoffen wir, gute Kontakte aufgebaut und wir glauben, dass wir alle noch davon profitieren werden.

FSME

Das Thema Impfen ist, nach meiner Meinung zu Recht. in den Medien extrem präsent, Dazu ist unabhängig von Einstellungen die jeder dazu haben kann, für mich als Arzt in meiner Verantwortung und wie ich es im Hippokratischen Eid geschworen habe „primum nihil nocere" (niemals schaden), wichtig festzustellen, IMPFEN WIRD MEDIZINISCH NICHT IN FRAGE GESTELLT, vielmehr sind durch das Impfen unendlich viele Menschenleben gerettet worden und werden das tagtäglich. Gerade in so einem sensiblen Bereich ist es daher wichtig seine PatientInnen bestens fortgebildet betreuen zu können.

Die von Zecken übertragene Früh Sommer Meningo Encephalis ist ein Paradebeispiel wie Impfungen wirken. So gab es in den 90er Jahren noch circa 500 Fälle jährlich mit bis zu 10 % tödlichen Verläufen. Am Beginn der 2000er Jahre nur noch 40 Fälle im Jahr und nun 2018 wieder mehr als 100, wegen der zunehmenden Impfmüdigkeit.

Bei dieser Erkrankung der FSME gibt es keinen Herdenschutz durch Andere, wie etwa bei Masern, eine von Mensch zu Mensch übertragene Erkrankung, sondern jeder Ungeschütze kann erkranken, daher sollten 100% geimpft sein. So erklärt sich, warum man sich in anderen Ländern mit einer 90% Rate zufrieden gibt, während man bei uns nach dem Ideal strebt, denn jeder Tote ist zuviel.

Wir haben daher auch heuer wieder den zuverlässig wirkenden, praktisch nebenwirkungsfreien Impfstoff in der Ordination lagernd. Nach der Grundimmunisierung beträgt das Impfintervall 5 Jahre somit sind heuer alle 2014 oder davor Geimpften dran, bei den über 60 Jährigen beträgt das Impfintervall 3 Jahre, somit heuer alle 2015 oder davor Geimpften.

Geimpft wird ohne Voranmeldung in der Spritzenzeit.

    

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